Weihnachtsdekoration auf dänische Art

Dänen haben ein Händchen dafür, den dunklen und kalten Winter zu überstehen, indem sie eine „hyggelige“ Atmosphäre schaffen, besonders zur Weihnachtszeit. Ab dem 1. Dezember halten Adventskalender und Adventskerzen üblicherweise ihren Einzug in dänische Haushalte, um die Tage bis Weihnachten herunterzuzählen. Weihnachtsdekorationen sind in Dänemark eher recht traditionell gestaltet, mit vielen Lichtern, Kerzen und Tannenzweigen. Ab Ende November werden Haupteinkaufsstraßen mit zahlreichen funkelnden Lichtern und Weihnachtsdekorationen verschönert. Fast jeder Ort hat seinen eigenen Weihnachtsmarkt mit Ständen. Dort gibt es handgefertigte Geschenke, die dänische Weihnachtsleckerei „æbleskiver (gebackene Teigkugeln mit Marmelade und Puderzucker) und Glühwein nach dänischer Art, genannt „glögg“. Das ganze Land beginnt nach Zimt und Tannen zu duften – der festliche Duft von Weihnachten, den jeder so liebt. Und dann wissen alle: „Weihnachten steht vor der Tür“! Anfang Dezember schmücken Dänen ihre Häuser mit vielen traditionellen dänischen Dekorationsobjekten wie roten und weißen Strümpfen oder Weihnachtselfen, die man dort „nisser“ nennt. Der Weihnachtsbaum wird normalerweise erst in letzter Minute geschmückt, damit der Baum nicht schon vor dem 24. Dezember austrocknet. Sobald der Weihnachtsbaum geschmückt ist, werden alle Geschenke unter den Baum gelegt, bis es endlich an der Zeit ist, sie auszupacken! Viele Dänen verbringen die Wochenenden im Dezember auf der Suche nach Weihnachtsgeschenken für ihre Lieben. Heutzutage bieten die meisten Geschäfte ihre eigenen Weihnachtsgeschenkverpackungen oder einen Geschenkverpackungsservice an, aber manche ziehen es doch vor, Weihnachtspapier zu kaufen und die Geschenke selbst liebevoll zu verpacken. Für viele Dänen ist auch dies einer der „hyggeligen“ Momente der Weihnachtszeit. Die Weihnachtsgeschenke für Eltern, Kinder, Freundin oder Freund zu verpacken, während man darauf hofft, dass sie gut ankommen, ist etwas, das kein Däne im Dezember missen möchte.

Weihnachtsgeschenke werden am Heiligabend ausgepackt

In Dänemark wird Weihnachten am Heiligabend (24. Dezember) gefeiert. Für die meisten dänischen Familien ist dies der geschäftigste und festlichste Tag des Jahres. Viele Menschen gehen vor dem Weihnachtsessen am 24. Dezember in die Kirche. Dies liegt nicht daran, dass Dänen besonders religiös sind, aber sie haben viel Freude an der Tradition, Weihnachtslieder zu singen und Nachbarn in der Gemeinde am Heiligabend zu begrüßen. Das Abendessen wird recht früh serviert. Die meisten essen gebratene Ente oder „flæskesteg“ (Schweinebraten mit knuspriger Schwarte), gefolgt vom Dessert, einem Milchreis auf dänische Art, den man hier „ris à l’amande“ nennt (seltsamerweise hat er einen französischen Namen). In dem cremig weißen Milchreis wird eine geschälte Mandel versteckt. Wer die Mandel findet, erhält nach dem Abendessen ein zusätzliches Geschenk. Auch dies ist eine der einzigartigen dänischen Weihnachtstraditionen. Nach dem Abendessen werden die Kerzen am Weihnachtsbaum angezündet und alle fassen sich an den Händen, tanzen um den Weihnachtsbaum herum und singen dänische Weihnachtslieder. Viele Dänen glauben, dass nur frische Tannenbäume und echte Kerzen – ganz anders als Plastikbäume und elektrische Kerzen – die authentische dänische Weihnachtsstimmung schaffen können, die der Inbegriff winterlicher Hygge ist. Nachdem mehrere Weihnachtslieder gesungen wurden, ist es endlich an der Zeit, die Geschenke auszupacken. In der Regel wird, natürlich je nach Familientradition, eines der jüngsten Kinder ausgewählt, die verpackten Geschenke unter dem Baum hervorzuholen und sie einzeln an die Empfänger zu übergeben. Die Bänder werden entknotet, das Geschenkpapier entfernt und die Geschenke vor aller Augen geöffnet. Dies ist der Höhepunkt des Heiligabends, auf den sich alle dänischen Kinder im Dezember freuen. Wie ist das in Ihrem Land? Öffnen Sie Ihre Weihnachtsgeschenke am 24. Dezember oder warten Sie noch bis zum Morgen des 25. Dezembers?

Über Hygge

„Hygge“ ist ein dänisches Wort, für das es im Deutschen kein ganz genaues Pendant gibt – aber die Begriffe „Gemütlichkeit“ und „Wohlbehagen“ treffen es recht gut. Im Jahr 2016 wurde hygge von den Oxford Dictionaries zum Wort des Jahres nominiert und als englischer Begriff anerkannt, der heute in vielen englischsprachigen Ländern weit verbreitet ist. Die New York Times berichtet in einem interessanten Artikel: „Hygge bedeutet so etwas wie Gemütlichkeit und Wohlbehagen und umfasst eine ganze Lebensweise, die Wärme, Sicherheit und vor allem Gemeinschaft verspricht.“ Helen Russell, eine britische Journalistin und Autorin des Buches „The Year of Living Danishly“, definiert „Hygge“ auch als „Freude an der Gegenwart sanfter, beruhigender Dinge“. In den letzten Jahren hat „Hygge“ als einzigartiges Konzept skandinavischer Gemütlichkeit zunehmend internationale Beachtung gefunden und es wurden viele Bücher darüber veröffentlicht – vor allem in den USA, Großbritannien und Japan. Dieser Trend hat sich als so beständig erwiesen, dass „Hygge“ schon beinahe zu einem eigenen Verlagsgenre geworden ist. Sie haben es vielleicht in den Nachrichten gehört oder gelesen: Die Dänen wurden in den jährlichen UN-Umfragen 2013, 2014 und 2016 als „die glücklichsten Menschen der Welt“ bezeichnet. Und es hat den Anschein, dass der „hyggelige“ Lebensstil einer der Hauptgründe dafür ist, dass Dänen glücklicher sind als andere Völker auf der Welt. Dieses Zusammengehörigkeitsgefühl scheint ein Auslöser für mehr persönliches Wohlbefinden zu sein.
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